Forschungsprojekte

DiäS

Das BMBF-geförderte Projekt ist Teil des Verbundes Digital-ästhetische Souveränität von Lehrkräften als Basis kultureller, künstlerischer, musikalischer, poetischer und sportlicher Bildung in der digitalen Welt (DiäS) im Rahmen des Kompetenzverbunds lernen digital. Das Teilprojekt Künstlerische Bildung digital ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Kunstpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Lehrstuhl für Kunstpädagogik und -didaktik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Im Forschungsprojekt werden Bedarfe von Lehrkräften zur Stärkung digital-ästhetischer Souveränität im Kunstunterricht untersucht und in die Konzeption von Fortbildungsmodulen integriert. In der Entwicklung der Fortbildungsmodule werden anwendungsorientierte und reflexive Dimensionen digital-ästhetischer Souveränität berücksichtigt.

KLAUS

Das Projekt „Kunstlabor an und mit Schulen“ entwickelt über eine künstlerisch- praktische Auseinandersetzung in mehreren an drei Schulen eingerichteten Ateliers und deren wissenschaftliche Begleitung didaktische Materialien für künstlerische Bildung an Schulen. Diese Praxismaterialien werden mit Blick auf Qualitätsaspekte künstlerischer Bildung an und mit den Schulen erprobt und erforscht und zielen auf gemeinsam gestaltete Projekte und Projektformate von Künstlern/-innen und Lehrern/-innen verschiedener Schulfächer. Die Phase der Materialentwicklung unterscheidet sich dabei in eine explorative Laborphase und eine evaluierende Transferphase. Fortlaufend werden hierzu verschiedene beteiligte Akteure wie Künstler/-innen, Schüler/-innen und Lehrer/-innen zu ihrer Auseinandersetzung mit den Materialien mithilfe von Fragebögen und Interviews befragt.

KuBiK-5

Das Kooperationsprojekt KuBiK5 nimmt im Rahmen einer quantitativen Längsschnittstudie mit zwei Messzeitpunkten die Kreativität von Schülerinnern und Schülern aus 54 Klassen des fünften Schuljahres an Gymnasien und Gesamtschulen in Deutschland (Hessen, NRW, Sachsen) in den Blick. Mithilfe von Daten aus Testverfahren, Schülerfragebögen, Elternfragebögen und Schulprofilbögen wird untersucht, wie sich kulturelle Aktivitäten unter Berücksichtigung von familiären, individuellen, schulischen und außerschulischen Merkmalen auf die Kreativitätsentwicklung von Schüler:innen im fünften Schuljahr auswirken.

Praxis - Empirie - Forschung

Auf dieser Seite werden publizierte Ergebnisse aus meinen empirischen Forschungsprojekten zusammengefasst und auf die jeweiligen Fachbeiträge verwiesen.

Lehr-Lernüberzeugungen und Kreativitätsförderung im Kunstunterricht der Grundschule

Im Rahmen der PERLE-Studie wird in dem Beitrag nach dem Zusammenhang zwischen konstruktivistischen Lehr-Lernüberzeugungen von Lehrpersonen, der Gestaltung von Aufgaben im Kunstunterricht und dem kreativen Gestalten von Grundschulkindern gefragt. 

Die Ergebnisse zeigen, dass Lehrkräfte mit stärker konstruktivistisch geprägten Überzeugungen häufiger offene und gestaltungsorientierte Aufgabenstellungen einsetzen, die den Schülerinnen und Schülern größere Freiräume für eigene Ideen und Lösungswege eröffnen. Diese Form der Aufgabengestaltung steht in einem positiven Zusammenhang mit den kreativen Leistungen der Schüler:innen. Zugleich wurde deutlich, dass sich die Überzeugungen der Lehrpersonen nur dann auf das kreative Gestalten auswirken, wenn sie sich auch tatsächlich in der Unterrichtspraxis widerspiegeln – insbesondere durch offene Aufgabenformate und geeignete Lernumgebungen. 

Aus den empirischen Befunden lässt sich folgern, dass die Förderung der Schülerkreativität von den Lehr-Lernüberzeugungen der Lehrkräfte vermittelt über deren didaktischer Umsetzung im Unterricht geprägt wird. Lehrerbildung im Kontext von Kreativitätsförderung sollte daher sowohl an den pädagogischen Haltungen als auch an der konkreten Aufgabenkultur im Kunstunterricht ansetzen.

 

Berner, N., Hess, M. & Lipowsky, F. (2025). Konstruktivistische Überzeugungen von Lehrpersonen und Aufgabenstellungen im Kunstunterricht: Welcher Einfluss zeigt sich auf das kreative Gestalten von Grundschulkindern? In C. Theurer, M. Hess, A.-K. Denn & F. Lipowsky (Hrsg.), Persönlichkeits- und Lernentwicklung in der Grundschule (S. 307–340). Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden.

Kreativität und Offenheit für neue Erfahrungen im fünften Schuljahr

In der Teilstudie des Forschungsprojekts KuBiK-5 wird die wechselseitige Beziehung zwischen Offenheit für neue Erfahrungen und Kreativität bei Schülerinnen und Schülern im fünften Schuljahr untersucht. 

Die Ergebnisse zeigen, dass die Zusammenhänge zwischen beiden Merkmalen in diesem Alter nur gering ausgeprägt sind. Im Längsschnitt über ein Jahr hinweg ließ sich weder ein signifikanter Einfluss von Offenheit auf die Kreativitätsentwicklung noch umgekehrt feststellen. Lediglich ein schwacher Effekt deutet darauf hin, dass divergentes Denken – also die Fähigkeit, flexibel und vielfältig zu denken – einen geringen Einfluss auf die spätere Offenheit für neue Erfahrungen ausüben kann. 

Insgesamt deuten die Befunde darauf hin, dass sich die Verbindung zwischen Offenheit und Kreativität erst im weiteren Entwicklungsverlauf stärker ausprägt. Im fünften Schuljahr scheinen beide Merkmale noch weitgehend unabhängig voneinander zu verlaufen.

 

Theurer, C., Rogh, W. & Berner, N. (2020). Interdependencies between openness and creativity of fifth graders. Psychology of Aesthetics, Creativity, and the Arts. DOI: https://psycnet.apa.org/doi/10.1037/aca0000299

Artist-in-Residence an Schulen 
Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung

Das Buch stellt die Konzeption, Durchführung und Evaluation des Artist-in-Residence-Programms an Schulen  „Kunstlabor an und mit Schulen“ (2016-2017) vor und führt in Ziele und Forschungsdesign der wissenschaftlichen Begleitung ein. Diese geht den Fragen nach der Kooperation zwischen Künstlerinnen und Lehrpersonen sowie nach Qualitätsmerkmalen künstlerischer Bildungsprozesse ein. 

Aus den empirischen Auswertungen ergeben sich vor allem drei Befunde: Erstens eröffnen residierende Künstler*innen erweiterte Erfahrungs- und Lernräume, die über regulären Kunstunterricht hinausgehen. Zweitens hängt die Wirkung stark von Gelingensbedingungen ab—insbesondere von verlässlicher Kooperation im Team, ausreichend Zeit und Materialien sowie einer auf Offenheit und Prozessorientierung ausgerichteten Aufgabenkultur. Drittens bleiben Effekte auf Persönlichkeits- und Schulentwicklung schwer direkt zu messen, zeigen sich aber als konsistente positive Tendenzen. 

Die Befunde deuten darauf hin, dass Artist-in-Residence-Formate dann besonders wirksam sind, wenn Schulen sie strukturell verankern, Kooperation professionalisieren und künstlerische Prozesse nicht als Zusatz, sondern als integralen Bestandteil schulischer Bildung verstehen

 

Berner, N. (Hrsg.). (2020). Artist-in-Residence an Schulen. Kunst und Schule miteinander denken (Kontext Kunstpädagogik, Bd. 51). München: Kopaed.

 

 

Gestaltungsaufgaben und Leistungseinschätzungen im Kunstunterricht

Der Beitrag untersucht im Rahmen der PERLE-Videostudie Kunst den Zusammenhang zwischen der Einschätzung des Klassenleistungsniveaus durch Lehrpersonen und der Gestaltung von Aufgaben im Kunstunterricht. Grundlage waren die Videodaten aus 33 zweiten Klassen, in denen eine Doppelstunde zum Thema „Joan Miró – Bildbetrachtung und plastisches Gestalten“ analysiert wurde. Daten bildete ein hoch-inferentes Rating der Aufgaben hinsichtlich ihrer Offenheit und Fantasieanregung sowie Lehrereinschätzungen zum Leistungsniveau der Klasse.

Die Ergebnisse zeigen einen negativen Zusammenhang zwischen der Leistungseinschätzung der Klasse durch die Lehrperson und dem Grad an Fantasieanregung der Aufgabenstellung: Lehrpersonen, die ihre Klassen als weniger leistungsstark einschätzten, stellten tendenziell stärker fantasieanregende Aufgaben. Zwischen der Offenheit der Aufgabenstellung und der Leistungseinschätzung zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang.

Insgesamt deutet die Befundlage an, dass diagnostische Fähigkeiten der Lehrpersonen zentral daran beteiligt sind, wie Aufgaben gestellt werden, um diese im passenden Schwierigkeitsgrad zu formulieren und sowohl Über- als auch Unterforderung zu vermeiden. Für die Lehrerbildung ergibt sich daraus die Schlussfolgerung, dass die Entwicklung diagnostischer Kompetenzen und die reflektierte Gestaltung offener, fantasieanregender Aufgaben einen wichtigen Bestandteil der Ausbildung von Kunstlehrkräften bilden sollten.

 

Berner, N., Theurer, C. & Hess, M. (2016). „Das trau ich meiner Klasse zu!“ – Gestaltungsaufgaben im Fach Kunst und ihr Zusammenhang mit der Einschätzung des Klassenleistungsniveaus durch die Lehrperson. In S. Keller & C. Reintjes (Hrsg.), Aufgaben als Schlüssel zur Kompetenz. Didaktische Herausforderungen, wissenschaftliche Zugänge und empirische Befunde (S. 301–313). Münster [u.a.]: Waxmann.

Bildnerische Kreativität im plastischen Gestalten (Dissertation)

Meine Dissertation geht der Frage nach, wie sich bildnerische Kreativität im Grundschulalter empirisch erfassen lässt. Dafür wurden über 600 plastische Schülerarbeiten aus 33 zweiten Klassen der PERLE-Videostudie Kunst analysiert. Die Kinder gestalteten Plastiken zu Werken von Joan Miró, wobei die Umsetzung den Lehrpersonen individuell überlassen war. Alle Arbeiten wurden systematisch dokumentiert und mithilfe eines eigens entwickelten Kategoriesystems ausgewertet. Ergänzend wurden Kurzinterviews mit den Kindern zu ihren Gestaltungsprozessen geführt.

Faktorenanalysen zeigten, dass sich bildnerische Kreativität aus zwei Teilkomponenten zusammensetzt: dem zielorientierten Einsatz bildnerischer Mittel und der Unkonventionalität im Gestalten. Beide Aspekte standen zu Beginn des zweiten Schuljahres nur schwach in Verbindung, wenngleich für bildnerische Kreativität ein hoher Zusammenhang angenommen wird, da es beide Teilkomponenten benötigt.

Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass Kreativität im bildnerischen Gestalten im Zusammenspiel von Erfinden und Darstellen liegt. Erst das Zusammenwirken von gestalterischer Vorstellungskraft, Ideenreichtum und einem gezieltem Einsatz bildnerischer Mittel ermöglicht individuelle und ausdrucksstarke Arbeiten. Kreativität zeigt sich somit im Mut zum Ausprobieren, in der Offenheit gegenüber dem Unerwarteten und in der Fähigkeit, eigene Ideen sichtbar zu machen.

 

Berner, N. (2013). Bildnerische Kreativität im Grundschulalter. Plastische Schülerarbeiten empirisch betrachtet (KREAplus, Bd. 1). München: Kopaed.

"Ist Kreativität messbar?"
Zur Erfassung von Kreativität in der PERLE-Studie 

Der Beitrag geht der Fragestellung nach, ob und wie Kreativität bei Grundschulkindern erfasst werden kann. Im Kontext des PERLE-Studie wurden unterschiedliche Testverfahren (u.a. figurale und verbale Kreativitätstext) über mehrere Erhebungszeitpunkte hinweg eingesetzt. 

Die Ergebnisse zeigen, dass Kreativität grundsätzlich messbar ist, ihre Erfassung in einer Längsschnittperspektive jedoch methodisch anspruchsvoll ist. Unterschiede in Motivation, Aufgabenkontext und situativen Bedingungen können die Vergleichbarkeit der Werte beeinträchtigen. Zudem erweist sich die Stabilität kreativer Leistungen über die Zeit als begrenzt, was auf die Dynamik und Entwicklungsabhängigkeit des Konstrukts hinweist. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, verlässliche und valide Instrumente zu entwickeln, die sowohl individuelle Entwicklungsverläufe als auch kontextuelle Einflüsse berücksichtigen. 

Insgesamt verdeutlichen die Befunde, dass Kreativität in der Grundschule zwar erfasst werden kann, ihre Messung im Längsschnitt jedoch eine differenzierte methodische und theoretisch fundierte Herangehensweise erfordert.

 

Berner, N. E., Theurer, C. & Lipowsky, F. (2012). „Ist Kreativität messbar?“ Zur Erfassung kreativer Fähigkeiten im Forschungsprojekt PERLE. Erziehung und Unterricht (5/6), 442-453

Zur Entwicklung der Kreativität und ihr Zusammenhang mit der Intelligenz

Der Beitrag geht im Rahmen der PERLE-Studie der Frage nach der Entwicklung der Kreativität im frühen Grundschulalter und deren Zusammenhang mit der Intelligenz nach. 

Die Ergebnisse zeigen, dass zwischen Kreativität und Intelligenz kein durchgängig stabiler Zusammenhang besteht. Kinder mit hohen Intelligenzwerten sind nicht zwangsläufig auch besonders kreativ, und umgekehrt. Zudem erwies sich die Stabilität der Kreativitätsleistungen über die untersuchten Zeiträume als gering. Unterschiede zwischen den Schulklassen deuten darauf hin, dass auch kontextuelle Faktoren, wie Unterrichts- und Klassenmerkmale, eine Rolle für die Kreativitätsentwicklung spielen. 

Insgesamt legen die Befunde nahe, dass Kreativität gerade im Grundschulalter eine dynamische, durch Umwelt- und Lernbedingungen beeinflussbare Kompetenz ist.

 

Theurer, C., Kastens, C., Berner, N. E. & Lipowsky, F. (2011). Die Kreativitätsentwicklung im frühen Grundschulalter und ihr Zusammenhang mit der Intelligenz. Zeitschrift für Grundschulforschung, 4 (2), 83-97.

Die Entwicklung der Kreativität und ihre Determinanten in den ersten beiden Grundschuljahren

Der Beitrag untersucht anhand von Daten der PERLE-Studie die Entwicklung der Kreativität in den ersten beiden Grundschuljahren und deren Einflussfaktoren. 

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Kreativität der Kinder in diesem Zeitraum insgesamt verbessert, wobei individuelle Unterschiede früh erkennbar und über die Zeit weitgehend stabil sind. Als bedeutsame Determinanten der Kreativitätsentwicklung werden kognitive Fähigkeiten, motivationale Merkmale sowie das familiäre und schulische Umfeld identifiziert. 

Die Befunde weisen darauf hin, dass sowohl individuelle als auch kontextuelle Faktoren zur Ausprägung und Entwicklung kindlicher Kreativität beitragen.

 

Berner, N. E., Lotz, M., Kastens, C., Faust, G. & Lipowsky, F. (2010). Die Entwicklung der Kreativität und ihre Determinanten in den ersten beiden Grundschuljahren. Zeitschrift für Grundschulforschung, 3(2), 72–84.

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